Ausrüstung - SC1 modifizierte Philips SPC900NC Webcam
 

Die ewige Sucherei nach einem Leitstern bei 1000mm Brennweite war mir zu anstrengend. Da die SPC900NC Belichtungszeiten bis nur 1/25 Sekunden erlaubt, entschied ich mich meine Webcam umzubauen. Sie sollte auch mehr als 1/25sec belichten können, damit das Aufsuchen von Leitsternen kein Problem sein würde. Ich suchte also nach Plänen im Internet. Steve Chambers SC Modifikationen mit diversen Webcams kannte ich schon. Er hat aber zu jenem Zeitpunkt noch keine SPC900NC, so wie ich eine hatte, umgebaut - ein Plan fehlte also. Fündig wurde ich dann aber auf Matthias Meijers Hompage. Er beschreibt auf seiner Seite den SC1 Umbau einer SPC900NC. Nach seinen Plänen machte ich mich ans heikle Werk. Im Hinterkopf natürlich die Befürchtung, die Kamera kaputt zu
machen. Doch nach rund 4 Stunden harte Arbeit hatte ich auch diesen Umbau fertig. Er war eigentlich gar nicht so schwer, wie ich dachte und empfehle ihn deshalb auch jedem weiter, der so eine Kamera sein eigen nennt und mit einem Lötkolben umgehen kann.

Nach diversen Nächten unter harten Bedingungen und zum Teil sommerlichen, heissen Temperaturen wurde es mit klar, dass das Rauschen der Kamera weg muss! Je länger man belichtet, desto stärker tritt das Rauschen auf. Im schlimmsten Fall sieht man dann vor lauter Hotpixel und Rauschen keine Sterne mehr. Dies musste natürlich geändert werden. Und da nun der Sommer vor der Tür stand und es Nachts nicht mehr sehr kalt wird, würde sich das auf das Rauschen auswirken (wärmere Umgebungsluft = mehr Rauschen, kalte Umgebungsluft = weniger Rauschen).
 
Nach langem recherchiern im Web und nach guten Tipps aus den Astronomie-Foren hatte ich das Grundlegende Wissen um einen solchen Umbau zu realisieren. Ich machte mir die ersten Notizen und Skizzen, wie die neue Astrokamera wohl aussehen könnte. Fest stand, die Webcam muss in ein neues Gehäuse. Das passende fand ich im Conrad. Ebenso die anderen Bauteile wie: Peltierelement, Kühler, Led, Schalter und anderes hab ich im Conrad gefunden. Der Umbau zur Peltiergekühlten Astro Webcam war viel schwerer als der Langzeitbelichtungs- Umbau. Nach gut 80 Stunden Arbeit hatte ich die Kamera aber fertig. Und das Beste: es funktionierte! Der Wirkungsgrad war (noch) nicht, den ich mir Vorgestellt hatte, jedoch war ein besseres Signal/Rauschverhältnis wahrzunehmen.

Die Kosten für den Umbau betrugen rund 50 Fr. (etwa 30 €). Ich denke der Preis gerechtfertigt die Leistung, welche die Kamera jetzt vollbringt. Es stehen viel schwächere Sterne zum Guiding zur Verfügung, was heisst, dass das Leitrohr nur selten ausgerichtet werden muss. Ein Komfort, den ich mir schon immer gewünscht habe.