Bilder
stacken - Wie und warum?
Rohbilder, welche direkt aus der Astrokamera oder
einer DSLR kommen, können in der Regel nicht sofort verwendet werden. Die
Bilder müssen konvertiert, korrigiert und abgeglichen werden. Einer dieser
Schritte, das Korrigieren, enthält den Arbeitsvorgang des "stackens". Dabei
werden mehrere Bilder vom selben Objekt aufeinander ausgerichtet und
übereinander gelegt. Doch wozu dieses Aufwendige Prozedere und wie
überhaupt? In diesem kleinen Bericht soll Klarheit verschaffen werden, wieso
astronomische Bilder manchmal aus mehreren hunderten von Einzelbildern
bestehen.
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Das Bild links zeigt den
Orionnebel Messier 42. Das Foto wurde geschossen mit einer Canon EOS
300D bei einer Einstellung von ISO 3200 und einer Minute
Belichtungszeit. Als Teleskop diente der TS90/500mm Frauenhofer
Refraktor. Das Foto ist ein Rohbild. Keine Korrekturen noch
Manipulationen wurden vorgenommen. Lediglich die Bildgrösse wurde
verkleinert. Nun, was können wir aus diesem Bild herauslesen? |
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| aufwendigen Peltierkühlelementen ausgestattet, welche den Chip bis auf
40°C unter der Umgebungstemperatur runterkühlen. Dies bewirkt ein sehr
gutes Signal-/Rauschverhältnis was dann nach weniger Bilder zum
Übereinanderlagern verlangt. Da aber meine Astrokamera keine Kühlung
besitzt bin ich an die Regel gehalten: "Je mehr Einzelbilder, desto
besser!". Es gibt Nächte da belichte ich über 30 Fotos vom selben
Objekt. Das ist zwar sehr zeitaufwändig, ich kann aber in der Regel am
Schluss von einem besseren Ergebnis ausgehen. Kommen wir aber nun zu den Beispielen:
Die Bilder verdeutlichen wie das Rauschen der
Kamera im Bild abnimmt, jemehr Bilder man stackt. Theoretisch nimmt das
Rauschen mit dem Kehrwert der Wurzel aus der Anzahl der Bilder ab. Um
das Rauschen also auf die Hälfte zu reduzieren muss man viermal so
viele Bilder stacken. Gleichzeitig nimmt der nutzbare Dynamikumfang zu.
Vervierfacht man die Anzahl Bilder, gewinnt man 1 Bit mehr Dynamik.
Dieser Effekt ist oben bei den Beispielen auch gut zu beobachten. Im
ersten Bild, dem Rohbild gehen viele feine Nebelstrukturen verloren,
das zweite Bild mit 4 Stacks zeigt nur noch halb soviel Rauschen und
das dritte mit 16 Stacks nur noch 1/4 des Rauschens gegenüber dem
Rohbild. Das letzte, vierte Bild ist dann ein farbiges 16-Bild Stack
der EOS Kamera. Doch wie stackt man nun seine eigene Bilder?
Anzumerken ist auch noch, dass Objekte, die auf den Einzelbildern nicht zu sehen sind, auch nach dem Stacken verborgen bleiben. Der Kontrast der Bilder und auch die Detailgenauigkeit wird aber erhöht. Das gleiche Verfahren wird auch beim Erstellen von Planetenfotos verwendet. Da dort aber Belichtungszeiten von wenigen 10tel Sekunden verwendet werden ist das Rauschen nicht das Problem. Es ist die Luftunruhe, auch das Seeing genannt. Die Atmosphäre der Erde ist dauernd in Bewegung und hat grosse Turbulenzen. Ein kleiner Planet oder die Mondoberfläche wird dementsprechend verzerrt. Um diese Verzerrung zu kompensieren, stackt man ein ganzes Video an Bilddateien. So können über mehrere hundert Bilder gestackt werden und das Endergebnis wird dementsprechend detailreich sein. |
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All dies zeigt, dass das Stacken von astronomischen
Bildern eine sinvolle Sache ist. Das Verfahren reduziert das Rauschen,
erhöht den Dynamikumfang und verbessert den Kontrast sowie die Schärfe des
Bildes. Fast alle meine Bilder sind gemittelte Aufnahmen. In der heutigen
digitalen Welt lohnt es sich die Zeit zu nehmen, mehrere Bilder zu machen
und auch anschliessend aufwändig zu bearbeiten, denn das endgültige Resultat
wird Sie bestimmt überzeugen!
Dennis B. Marton, September 2007







