Autoguiding im Selbstbau
Nachdem ich in zahlreichen Astronomie-Foren über das
Autoguiding las und über die Besitzer, die darüber schwärmten, wie gut es
sei, nicht im kalten vor dem Fadekreuz Okular sitzen zu müssen, entschied
ich mich ebenfalls in das Autoguiding-Leben einzusteigen, da es doch recht
viele Vorteile mit sich bringt. Ich informierte mich also stundenlang, wie
ich meine Ausrüstung aufrüsten könnte. Schnell war mir klar, das der Umbau,
falls ich ihn nicht selber machen würde, sehr teuer kommen würde. Da mit das
Geld für das Update fehlte und die Schulferien vor der Tür standen,
entschied ich mich selbst Hand anzulegen – DIY, Do It Yourself! Meine
Ausrüstung bestand aus folgenden Teilen:
Skywatcher 10“ Newton, TS 90/500mm Refraktor, HEQ5 Montierung, TS Telepack
zum Befestigen von Teleskopen an der Gegengewichtsstange, Philips SPC900NC
Webcam, Canon EOS300D, ...
Aus dieser Ausrüstung mußte ich also ein voll funktionsfähiges Autoguiding
Setup basteln. Als erstes machte ich mich auf die Suche nach den
Einzelteilen. Schnell wurde ich auf das LX200Switch von Daniel Weitendorf
aufmerksam. Dies ist eine Schaltung mit einem Mikroprozessor, welche mit der
Handsteuerbox verbunden wird und damit das Nachführen durch den Seriellen
Port des Computers ermöglicht. Wieso nicht, dachte ich mir. 2 Wochen später
hatte ich auch schon den Programmierten Mikroprozessor in der Hand. Des
weiteren mußten noch Kleinteile (Transistoren, Widerstände, ...) gekauft
werden. Da ich ein ziemlich großer Laie bin in Sachen Elektronik und mir die
Ausrüstung zum Löten fehlte, fragte ich meinen Freund Simeon, der zurzeit
eine Lehre als Elektroniker macht. Er sagte zu und gab mir kurze Zeit später
den fertig gelöteten Bausatz. Diesen galt es nur noch mit der Handsteuerbox
zu verbinden. Inzwischen hatte ich mir aber auch schon einen Lötkolben
gekauft, so daß ich den weiteren Verlauf des Umbaus selbst durchführen
konnte. Einen Tag später hatte ich den Kontroller in der Handsteuerbox
meiner HEQ5 eingebaut. Der erste Test war ein voller Erfolg! Die Montierung
konnte per Software angesteuert werden – Autoguiding, ich komme!
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Als nächstes überlegte ich mir, was noch fehlt. Na
klar, wenn ich die Webcam an meinen Refraktor anschließe, werde ich mit
meinem Glück - wie ich es kenne - keine Leitsterne finden. Ich suchte also
eine Möglichkeit, wie ich meine Philips zur Langzeitbelichtung zwingen kann.
Ich kannte schon die Umbauten von Steve Chambers, doch hat er noch nie eine
SPC900NC umgebaut. Ich suchte weiter und wurde fündig. Matthias Meijer
beschreibt auf seiner Seite den SC1 Umbau einer SPC900NC. Nach seinen Plänen
machte ich mich ans heikle Werk. Im Hinterkopf natürlich die Befürchtung,
die Kamera kaputt zu machen. Doch nach rund 4 Stunden harte Arbeit hatte ich
auch diesen Umbau fertig. Er war eigentlich gar nicht so schwer, wie ich
dachte und empfehle ihn deshalb auch jedem weiter, der so eine Kamera sein
eigen nennt und mit einem Lötkolben umgehen kann.
Hier einige Bilder vom Umbau:
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Im Bastelfieber lötete ich mir noch einen
Parallelanschluß an meine EOS300D. Nun bin ich in der Lage, diese ebenfalls
über den Computer für Langzeitbelichtungen zu programmieren.
Fazit:
Nach zwei Wochen Arbeit, die Spaß machte, habe ich nun alles fertig. Meine
Ausrüstung ist nun voll Automatisiert. Ich muß sie nur noch aufbauen,
fokussieren, den Leitstern auswählen und die Belichtungszeiten angeben. Nie
mehr im Kalten draußen sitzen und stundenlang einen Stern im Okular
nachführen. Diese Zeiten sind vorbei, jawoll!
Weiter unten sind noch die ersten Rohbilder mit dem Autoguiding Setup.
Leider mußte ich am ersten Abend bemerken, dass ich hätte eine Barlowlinse
verwenden sollen, da die Brennweite des Leitrohres zu kurz ist. Auf den
ersten Bildern sind deshalb noch die Korrekturen der Montierung zu erkennen.
Macht nix, war ja ein FIRSTLIGHT, bei dem ich nicht dabei war, sondern in
der warmen Stube saß und dabei glücklich meiner Montierung zuschaute, wie
sie die Arbeit verrichtete...
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Dennis Marton, April 2007









